Eigene Erfahrungen
Meine persönliche Geschichte der sexualisierten Gewalt in der Kindheit motiviert mich, anderen Betroffenen beizustehen. Ich weiß, wie wichtig Unterstützung und Verständnis sind, um den Weg zur Heilung zu finden.
Meine persönliche Geschichte und der Weg, der mich dazu geführt hat, andere Betroffene zu unterstützen.
Als Überlebender sexualisierter Gewalt in der Kindheit möchte ich meine Geschichte teilen, um anderen Betroffenen Hoffnung und Unterstützung zu geben. Obwohl der Weg zur Heilung lang und herausfordernd war, habe ich gelernt, mit den Folgen umzugehen und mich auf meinen eigenen Prozess zu konzentrieren.
Die Verarbeitung der Traumata war ein langer und schmerzhafter Prozess. Die Folgen der sexualisierten Gewalt in meiner Kindheit haben mich lange Zeit belastet. Ich habe mit Depressionen, Angstzuständen und Vertrauensproblemen gekämpft. Erst durch professionelle Hilfe in Form von Therapie und Selbsthilfegruppen konnte ich beginnen, die Traumata zu verarbeiten und einen Weg zur Heilung zu finden.
Eine der schmerzhaftesten Erfahrungen in dieser Zeit war meine Rolle als Vater. Ich war überzeugt, dass ich versagen würde, weil ich Angst hatte, selbst zum Täter zu werden. Diese Angst war so überwältigend, dass ich das Einzige tat, was mir in diesem Moment möglich erschien: Ich bin weggelaufen. Von meinen Kindern. Von meiner Verantwortung. Von mir selbst.
Was ich damals nicht wusste, und was die Gesellschaft bis heute kaum versteht: Menschen, die als Kind sexualisierte Gewalt erlebt haben, werden nicht automatisch zu Tätern. Das Gegenteil ist oft der Fall. Wer selbst gelitten hat, weiß, was Schmerz bedeutet, und trägt dieses Wissen tief in sich. Die weit verbreitete Annahme, dass aus Opfern Täter werden, ist ein gefährliches Vorurteil, das Betroffene zusätzlich belastet und isoliert. Ich habe diese Angst nicht erfunden, sie wurde mir von außen eingeflüstert, und ich habe ihr geglaubt.
Heute weiß ich: Die Gefahr, die ich so sehr gefürchtet habe, war nie wirklich da. Dieses Wissen musste ich mir mühsam erarbeiten, durch Therapie, durch Auseinandersetzung mit mir selbst und durch den Mut, genauer hinzuschauen. Es war einer der schwierigsten, aber auch befreiendsten Schritte meines Lebens.
Heute habe ich diesen Teil meiner Geschichte hinter mir gelassen. Nicht vergessen, aber integriert. Er gehört zu mir, er hat mich geformt, und er gibt mir heute die Kraft, offen darüber zu sprechen. Denn vielleicht hilft es jemandem, der gerade in derselben Dunkelheit steht, zu wissen: Es gibt einen Weg hinaus.
Drei Schritte waren entscheidend, um meinen eigenen Weg zu finden und heute anderen helfen zu können.
Der erste wichtige Schritt auf meinem Weg zur Heilung war es, mich selbst zu akzeptieren und meine Erfahrungen nicht als Makel, sondern als Teil meiner Geschichte zu sehen. Erst dadurch konnte ich beginnen, mich selbst wertzuschätzen.
In der Therapie habe ich mich intensiv mit den Erlebnissen aus meiner Kindheit auseinandergesetzt. Obwohl es ein schmerzhafter Prozess war, half mir das, die Ereignisse einzuordnen und mich von der Schuld zu befreien.
Durch die Arbeit an mir selbst und die Unterstützung meines Umfelds konnte ich nach und nach Strategien entwickeln, um besser mit Rückschlägen umzugehen und meine Stärken zu stärken. Das hat mir geholfen, widerstandsfähiger zu werden.
Drei Überzeugungen tragen meine Arbeit — persönlich, fachlich und gesellschaftlich.
Meine persönliche Geschichte der sexualisierten Gewalt in der Kindheit motiviert mich, anderen Betroffenen beizustehen. Ich weiß, wie wichtig Unterstützung und Verständnis sind, um den Weg zur Heilung zu finden.
Ich möchte dazu beitragen, dass Betroffene in Zukunft besser geschützt und auf ihrem Weg unterstützt werden. Dafür engagiere ich mich in der Öffentlichkeitsarbeit und der politischen Interessenvertretung.
Wenn ich sehe, wie andere Betroffene durch Unterstützung Schritt für Schritt Fortschritte machen, erfüllt mich das mit großer Freude. Ich möchte Mut machen und zeigen, dass ein selbstbestimmtes Leben nach der Überwindung von Traumata möglich ist.
Ich kombiniere persönliche Erfahrung mit fachlichen Ausbildungen und langjähriger Praxis im Kinderschutz.